AD(H)S bei anderen psychiatrischen Erkrankungen

Es ist bekannt, dass Menschen mit AD(H)S häufig (im Erwachsenenalter nämich bis zu 80%!) zusätzlich an anderen psychiatrischen Erkrankungen wie z.B. Depression oder Angststörungen leiden (sog. Komorbidität). Das gilt umgekehrt natürlich auch. Die Angaben zur Häufigkeit von AD(H)S im Erwachsenenalter schwanken etwas, aber man kann von einer sog. Prävalenz von 3 bis 3,5% in der Allgemeinbevölkerung ausgehen. Ganz anders sieht die Häufigkeit von AD(H)S bei Menschen aus, die bereits an einer psychiatrischen Erkrankung leiden! 

  • Bei Vorliegen einer Depression beträgt die Häufigkeit von AD(H)S 12,3%
  • Bei Vorliegen einer Angsstörung beträgt die Häufigkeit von AD(H)S 15,8%
  • Bei Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung beträgt die Häufigkeit von AD(H)S 18,6 %
  • Bei Vorliegen einer Suchterkrankung beträgt die Häufigkeit von AD(H)S 30,8%

(Quelle: Deberdt, W. et al: Prevalence of ADHD in non-psychotic adult psychiatric care: A multinational cross-sectional study in Europe. BMC Psychiatry 2015)

Diese Zahlen machen klar, wie wichtig es ist, bei Menschen, die an psychischen Krankheiten leiden auch an AD(H)S zu denken. Denn es ist auch bekannt, dass eine unerkannte und unbehandelte AD(H)S das Risiko einer Chronifizierung der zusätzlichen psychiatrischen Erkrankung erhöht (pers. Mitteilung Prof. Dr. Sandra Kooij, Den Haag)